Kulturkampf in Münster

Im Verlauf des 19. Jahrhunderts hatten sich in ganz Europa liberale und sozialistische Strömungen immer mehr ausgeweitet.

 

Als Reaktion auf diese Tendenzen versuchte Papst Pius IX., durch kirchliche Weisungen die Stellung der Kurie zu festigen.

Bismarck fasste die Verkündung des sogenannten "Unfehlbarkeitsdogmas" als Provokation auf.

Für ihn war das Gebahren des Papstes ein Eingriff in das Souveränitätsrecht des jungen deutschen Nationalstaates.

Der Machtkampf zwischen Papst und Kanzler ging als Kulturkampf in die Geschichte ein. 

 

Von 1871 bis 1875 erließ der „eiserne Kanzler“ Bismarck eine Reihe von Gesetzen, die in der katholischen Provinz Westfalen auf erbitterten Widerstand stießen. Oberpräsident Friedrich von Kühlwetter, kämpfte als Staatsbeamter, ebenso gegen den Bischof von Münster, Bernhard Brinkmann, als auch gegen Solidaritätsbekundungen und konzertierte Aktionen der Gläubigen, die sich z.B. gegen die Pfändung und Inhaftierung des Bischofs, die Schließung von Klöstern und Ausweisung von Geistlichen richteten.

Nach der gerichtlichen Absetzung des Bischofs wurde die Ernennung eines staatlichen Verwalters von den Bürgern und Adeligen tatkräftig sabotiert.

 

Erst mit der Ernennung Papst Leos XIII. war eine Annäherung Bismarcks an Rom möglich, sodass 1886/87 der Kulturkampf beendet wurde.

Bischof Johannes Bernhard Brinkmann